Neufassung der WU-Richtlinie

Bei hochwertiger Nutzung künftig unzulässig: Weiße Wannen mit angenommener Selbstheilung des Betons

Seit Dezember 2017 liegt die neue Fassung der DAfStb-Richtlinie „Wasserundurchlässige Bauwerke aus Beton“ (WU-Richtlinie) vor. Gegenüber der bisherigen Fassung enthält die überarbeitete WU-Richtlinie eine weitreichende Änderung: Die bislang gängige WU-Bauweise mit einer Beschränkung der Rissbreite zur Selbstheilung gemäß Entwurfsgrundsatz ist nun offiziell nur noch bis zu einer Wasserdruckhöhe von max. 10 m und nur noch für die Nutzungsklasse B zulässig, bei der Feuchtstellen auf der luftseitigen Bauteiloberfläche als Folge von Wasserdurchtritt erlaubt sind. Für Kellerwohnungen und andere hochwertig genutzte Räume der Nutzungsklasse A kommt eine Weiße Wanne mit Rissbreiten-Beschränkung zur Selbstheilung – d. h. mit vielen kleinen Rissen – damit nicht mehr infrage. Die Entwurfsgrundsätze  ("Vermeidung von Trennrissen") und  („Geplante Trennrisse mit geplanter Abdichtung“) erfüllen dagegen die Anforderungen der Nutzungsklasse A. Drytech Abdichtungstechnik plant bereits seit über 25 Jahren Weiße Wannen gemäß diesen beiden Entwurfsgrundsätzen und hat bislang mehr als 50.000 Projekte mit der Weißen Wanne System Drytech ("DrytechWanne") realisiert.

Die WU-Richtlinie gilt für Betonbauwerke, bei denen der Beton sowohl eine lastabtragende als auch eine abdichtende Funktion übernimmt. Die Richtlinie wurde von einem technisch-wissenschaftlichen Fachgremium des Deutschen Ausschusses für Stahlbeton (DAfStb) in einem geordneten Verfahren entwickelt und gehört zu den allgemein anerkannten Regeln der Technik.

 

Zu einer Selbstheilung des Betons kann es häufig gar nicht kommen

Der Entwurfsgrundsatz der WU-Richtlinie zielt darauf ab, durch einen erhöhten Stahleinsatz — d. h. über den statisch notwendigen Bewehrungsstahl hinaus — die Rissbreiten so weit zu begrenzen, dass eine Selbstheilung des Betons einsetzt, die Risse also versintern. Bisher wird die Mehrzahl der Weißen Wannen nach diesem Prinzip erbaut. Die dahinterstehende Annahme einer Selbstheilung des Betons ist jedoch problematisch, da in Deutschland vielerorts eine Versinterung aufgrund des hohen Kohlesäuregehaltes des Grundwassers nicht zu erwarten ist. In der neuen WU-Richtlinie heißt es deswegen: "Für angreifende Wässer mit > 40 mg/l CO2 (kalklösende Kohlensäure) oder mit pH-Wert < 5,5 darf die Selbstheilung der Risse nicht in Ansatz gebracht werden." Die neue WU-Richtlinie schreibt zudem vor, dass sich Statiker zur Versinterung des Betons, den sie ihren Planungen zugrunde gelegt haben, äußern und damit eine explizite Annahme darüber treffen müssen, bis wann die Selbstheilung des Betons vollzogen ist.

 

Neue Vorgaben zur zulässigen Rissbreite machen eine Abdichtung nach Entwurfsgrundsatz  schnell unwirtschaftlich

Die Praxistauglichkeit des Entwurfsgrundsatzes wird auch durch eine weitere Neuerung der WU-Richtlinie in Frage gestellt: Die Berechnung der zulässigen Rissbreite in Abhängigkeit einer maximalen Druckhöhe. Steht etwa eine Kellerwand mit einer Dicke von 0,24 m auf einer maximalen Höhe von 3 m in drückendem Wasser, ergibt sich daraus ein Druckgefälle hw/hb von 12,5. Die neue WU-Richtlinie sieht hierfür eine zulässige Rissbreite (wk) von 0,15 mm vor. Erreichen lässt sich dies jedoch nur mit einem sehr hohen Betonstahleinsatz — und der macht eine Weiße Wanne gemäß Entwurfsgrundsatz  schnell unwirtschaftlich.

 

Entwurfsgrundsatz ist für alle Beanspruchungs- und Nutzungsklassen geeignet

Rissbreitenbeschränkende Weiße Wannen nach Entwurfsgrundsatz mit dem Ziel der Selbstheilung der Risse kommen also häufig sowohl aus baupraktischen wie auch aus budgetären Gründen nicht infrage — und wenn, dann nur für die Nutzungsklasse B, die Feuchtstellen erlaubt. Die komplette Trennrissfreiheit des Entwurfsgrundsatzes ist häufig ebenfalls nicht praktikabel — zumindest dann, wenn dies nur über die Beschaffenheit und Nachbehandlung des Betons erreicht werden soll. Eine planmäßige Ausbildung von Sollrissen mit anschließender Abdichtung — also der Entwurfsgrundsatz — erlaubt hingegen ein wirtschaftliches Bauen, das für alle Beanspruchungs- und Nutzungsklassen geeignet ist.

 

Das Funktionsprinzip einer Weißen Wanne System Drytech

Bei einer Weißen Wanne System Drytech werden die Zwangsspannungen im Beton durch eine geeignete Anordnung von Sollrissquerschnitten so weit vermindert, dass die rissbreitenbeschränkende Bewehrung reduziert werden kann. Vor dem Betonieren werden hierzu DRYset-Sollrissfugen- und Injektionsprofile in der Bodenplatte und den aufgehenden Wänden verlegt, um frühe Zwangsspannungen, die durch die abfließende Hydratationswärme nach dem Betoniervorgang entstehen, abzubauen und das Bauteil konstruktiv zu entspannen. Ist der Beton ausgehärtet, werden die Bauteilfugen und Sollrissfugenelemente über die Verpressung des Injektionsharzes DRYflex geschlossen.

Sowohl die Sollrissfugen- und Injektionsprofile DRYset als auch das Injektionsharz DRYflex verfügen über ein Allgemeines bauaufsichtliches Prüfzeugnis (AbP). In einer gutachterlichen Stellungnahme von Prof. Dr. Gerd Motzke, Baurechtler an der Universität Augsburg, wurde zudem bestätigt, dass das Drytech-System der Weißen Wanne den anerkannten Regeln der Technik entspricht.

 

Anwendungsbeispiel Pepitahöfe Berlin-Spandau: 680 Tonnen Stahl eingespart

Mit einer Investitionssumme von rund 200 Mio. Euro und 1.024 neuen Wohnungen sind die Pepitahöfe in Spandau gegenwärtig eines der größten Neubauprojekte Berlins. Drytech hat alle Untergeschosse (Keller und Tiefgaragen) der Pepitahöfe mit einer Weißen Wanne System Drytech abgedichtet und konnte dabei die Grundbewehrung gegenüber einer nach dem Prinzip der Rissbreitenbeschränkung ausgeführten Weißen Wanne von ca. 1.245 t auf ca. 565 t reduzieren. Dies entspricht einer ca. 55-prozentigen Einsparung und einer Reduzierung des nötigen Bewehrungsstahls um rund 680 t.

 

Deutliche Bauzeitverkürzung

Über eine Reduzierung des Stahlbedarfs und eine Erfüllung der Dichtigkeitsanforderungen der Nutzungsklasse A hinaus bietet eine DrytechWanne noch einen weiteren Vorteil: Eine deutliche Verkürzung der Bauzeit. Gerade dieser Faktor war beim Neubau der Pepitahöfe besonders wichtig — nach nur 18 Monaten Bauzeit sollten die ersten Wohnungen bezugsfertig sein. Bei den Pepitahöfen wurde eine Bauzeitverkürzung über verschiedene Stellschrauben erreicht: Erstens durch den reduzierten Stahleinsatz, denn 680 t weniger Bewehrungsstahl bedeuten nicht nur geringere Kosten, sondern auch eine reduzierte Einbauzeit. Zweitens konnten bei diesem Projekt auch große Bodenplatten durchgängig — "in einem Rutsch" — betoniert werden. Drittens konnte durch die von Drytech geplanten und eingebauten DRYset-Sollrissfugenelemente zwischen unterer und oberer Bewehrung komplett auf das Einhalten von Schwindgassen oder sogar einem schachbrettartigen Betonieren der Bodenplatten verzichtet werden.

 

Umfangreiches Leistungspaket

Bei der Errichtung einer Weißen Wanne System Drytech erbringt Drytech in Abstimmung mit den übrigen Projektbeteiligten umfangreiche Planungs-, Beratungs-, Ausführungs- und Überwachungsleistungen. Von zentraler Bedeutung für die Realisierung einer kostenoptimierten DrytechWanne ist dabei der von Drytech erstellte Abdichtungsplan. Darüber hinaus berät Drytech das ausführende Bauunternehmen etwa hinsichtlich einer geeigneten WU-Rezeptur für den eingesetzten Beton, erbringt die Nachweise der Wassereindringtiefe nach DIN EN 12390-8 und sorgt mit dafür, dass die nach DIN 1045-03:2012-03 vorgesehenen Aufzeichnungen erstellt werden.

Drytech verantwortet damit nicht nur die Sachgerechtigkeit und Funktionalität der Ausführung, sondern auch der technischen Planung inklusive der Ingenieurhaftpflicht. Für die Abdichtungsleistung selbst bietet Drytech zusätzlich zu einer werkvertraglichen Sachmängelhaftung eine 10-jährige Dichtigkeitsgewährleistung mit 10-jähriger Nachlaufzeit an.

 

Hinweis

Dieser Beitrag ist als Titelgeschichte im Sonderheft "Wasserundurchlässige Bauwerke aus Beton" der Zeitschrift Beton- und Stahlbetonbau erschienen (2. überarbeitete und erweiterte Auflage vom Februar 2018). 

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Verlegte DRYset-Sollrissfugenprofile in der Bodenplatte: Ist der Beton ausgehärtet, werden die gemäß dem Bewehrungsplan erzeugten Bauteilfugen über die Verpressung des Injektionsharzes DRYflex geschlossen (Bildnachweis: Drytech Abdichtungstechnik)

 

 

In der Wand verlegte DRYset-Injektionskanäle: Die DRYset-Komponenten (Sollrissfugen- und Injektionskanäle) und das Injektionsharz DRYflex verfügen über ein Allgemeines bauaufsichtliches Prüfzeugnis (Bildnachweis: Drytech Abdichtungstechnik).

 

 

Wirtschaftliche Bauweise durch DRYset-Sollrissfugenelemente: Im Gegensatz zu einer herkömmlichen Weißen Wanne kommt die Weiße Wanne System Drytech mit einem deutlich verringerten Stahlbedarf aus (Bildnachweis: Drytech Abdichtungstechnik).

 

 

Die Pepitahöfe in Spandau sind eines der größten Neubauprojekte Berlins. Sämtliche Untergeschosse der Wohnanlage wurden von Drytech Abdichtungstechnik als Weiße Wanne System Drytech geplant und ausgeführt (Bildnachweis: KIM. – Kilian Immobiliengruppe).

 

 

Beim Neubau der Pepitahöfe in Spandau konnte das Drytech-System der Weißen Wanne durch eine Stahlersparnis von ca. 680 t und eine Bauzeitverkürzung überzeugen (Bildnachweis: KIM. – Kilian Immobiliengruppe).

 

 

 

Bildergalerie

Verlegte DRYset-Sollrissfugenprofile in der Bodenplatte.

Verlegte DRYset-Sollrissfugenprofile in der Bodenplatte.

Im Gegensatz zu einer herkömmlichen Weißen Wanne kommt die Weiße Wanne System Drytech mit einem deutlich verringerten Stahlbedarf aus.

Im Gegensatz zu einer herkömmlichen Weißen Wanne kommt die Weiße Wanne System Drytech mit einem deutlich verringerten Stahlbedarf aus.

Die DRYset-Komponenten und das Injektionsharz DRYflex verfügen über ein Allgemeines bauaufsichtliches Prüfzeugnis.

Die DRYset-Komponenten und das Injektionsharz DRYflex verfügen über ein Allgemeines bauaufsichtliches Prüfzeugnis.

Die Pepitahöfe in Spandau sind eines der größten Neubauprojekte Berlins (Bildnachweis: KIM. – Kilian Immobiliengruppe).

Die Pepitahöfe in Spandau sind eines der größten Neubauprojekte Berlins (Bildnachweis: KIM. – Kilian Immobiliengruppe).

Beim Neubau der Pepitahöfe in Spandau konnte das Drytech-System durch eine Stahlersparnis von ca. 680 t überzeugen (Bildnachweis: KIM. – Kilian Immobiliengruppe).

Beim Neubau der Pepitahöfe in Spandau konnte das Drytech-System durch eine Stahlersparnis von ca. 680 t überzeugen (Bildnachweis: KIM. – Kilian Immobiliengruppe).

 

Mehr über die Weiße Wanne System Drytech erfahren

 

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